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Montag, 21. März 2011

Indien Tag 18 - 35 (03.03. - 21.03.2011)

Hey hey =)

Wir sind vorgestern früh um 4Uhr wieder gut in Pune gelandet - unseren kleinen Trip durch den Süden Indiens haben wir gut überstanden =) In Pune angekommen haben wir ein größeres Zimmer bekommen als letztes Mal, und diesmal haben wir daran gedacht ein Foto zu schießen, bevor wir hier Chaos stiften. Hier könnt ihr also einen kleinen Blick auf unsere Unterkunft erhaschen.

Über unsere Reise werden wir an dieser Stelle nicht ausführlich berichten, da wir ja ansonsten gar nicht mehr so viel zu erzählen haben, wenn wir zu Hause sind.. ;) In jedem Fall können wir aber sagen, dass sich unsere Reisepläne geändert haben, und wir nicht diese „Städtetour“ Richtung Norden gemacht haben. Vielmehr hat es uns zu sehr unterschiedlichen Plätzen gezogen, beispielsweise einer höher gelegenen Teeplantage in Munnar, der Tempelstadt Hampi und nicht zu vergessen: Goa :) Wir sind sowohl mit dem Zug als auch mit Bussen gut herumgekommen. Dafür, dass wir keinen Reiseführer haben und auch so nicht den größten Plan, hat alles ziemlich gut geklappt =) Indien hat uns in jedem Fall etwas Geduld gelehrt und ein anderes Verhältnis zu Zeit - wir sind nur gespannt, ob wir dies mit nach Deutschland nehmen können, denn da tickt die Uhr ja wieder ganz anders…

Wir haben durch unsere Reise ein sehr vielschichtiges Indien kennen gelernt, welches uns beiden auch ziemlich gut gefällt! Und wir waren ja „nur“ im Süden, das Land ist echt riesig und hat noch viiieel mehr zu bieten! Zwischenzeitlich gab es zwar leider auch Magenprobleme, diese ließen sich aber glücklicherweise meist an einem Tag durch die Medikamente beheben, und wir leiden nicht wie andere ganze zwei Wochen darunter. Dahingehend haben wir es also gut getroffen, allerdings sind wir auch sehr vorsichtig (geworden), was das Essen angeht.

Kleine Einblicke von unserer Reise geben wir hier, mehr werdet ihr dann nach unserer Ankunft erfahren ;)

Philip im Zug von Pune nach Kochi - die Fahrt dauerte insgesamt 33 Stunden.

Ein Blick aus dem Zug heraus.

Und ein zweiter Blick - schon sieht alles ganz anders aus =)

Kathakali - ein klassisches Tanzdrama/dramaturgisches Schauspiel, welches in Kerala angesiedelt ist.

Auf dem Weg nach Munnar, vor einem der zahlreichen Wasserfälle.

Auf der Speisekarte war dies als "Green Salad" ausgewiesen, das einzig grüne daran - die Gurke- habe ich scheinbar mit der Bestellung entfernen lassen, da ich sie nicht mag. So oder so habe ich mir unter "Green Salad" aber etwas anderes vorgestellt ;)

Von Munnar aus haben wir einen kleinen Ausflug in das Nachbarbundesland Tamil Nadu gemacht, wir haben die Grenze gerade eben überfahren, um diese tolle Aussicht genießen zu können.

Teeplantage in Munnar - dort haben wir auch 2 Tage genächtigt. Wunderschön! =)

Tomaten- und Gurkensalat. Dieser wird bei uns auch etwas anders "angerichtet" ^^ Hat aber dennoch gechmeckt, das aufgeschnittene Gemüse.

Sonnenuntergang in Hampi.

Der steinerne Wagen in Hampi.

Blick von unserem Dach in Hampi.

Meerblick am Strand von Anjuna, Goa

Von dem Meditieren hier in Pune werden wir leider wieder einmal aus gesundheitlichen Gründen abgehalten, es ist aber nicht aufgehoben sondern lediglich um zwei Tage aufgeschoben. Heute werden wir noch einen Erholungstag einlegen, um dann Morgen hoffentlich voll durchstarten zu können! =)

Gestern war ein Feiertag in Indien, Holi genannt. An diesem Tag (Vollmond von Februar auf März) beschmeißen und beschmieren sich die Inder gegenseitig (und auch uns) mit Farbe. Dies sieht ziemlich lustig aus, wie ihr auf den folgenden Bildern selbst sehen könnt. Hintergrund ist, dass der Winter dem Frühling weicht und böse Seelen ferngehalten werden.

Wir freuen uns beide ganz doll auf Euch!! Lediglich die Temperaturen sollten noch etwas anziehen, sonst wird es echt krass von den 37°C hier auf 15°C bei euch zu „fallen“ ;)


Fühlt euch gedrückt und bis ganz bald,

eure Indi-ana

Mittwoch, 2. März 2011

Indien Tag 4 - 17 (18.02. - 02.03.2011)

Wow… gute zwei Wochen sind vergangen und wir haben keinen Blogeintrag mehr verfasst. Die meisten Tage gehen hier unglaublich schnell vorbei und viele sind so anstrengend, dass wir abends auch maximal noch einen Film gucken oder Hörbuch hören und ins Bettchen fallen. Da wir selbst den Überblick verloren haben, wird dieser Eintrag auch nicht ganz so chronologisch genau, wie unsere Vorherigen - wir bitten um Euer Verständnis =) Fotos haben wir bisher auch fast noch keine gemacht, da dies im OSHO Gelände verboten ist und wir ansonsten Danas Kamera auch nie mit hatten - das wollten wir uns für eine Stadtrundfahrt aufheben, die es aufgrund der Umdisponierungen leider bis jetzt doch noch nicht gegeben hat - doch alles der Reihe nach.

Tag 4 - 9 (18.02. - 23.02.)

Natürlich sind wir erst einmal fleißig weiter ins OSHO Meditation Resort gegangen und haben dort diverse Meditationen kennen gelernt. Diese bieten echt ein unglaubliches Repertoire, von wildem Tanz (Dance Celebration) über relativ ruhige Meditationen, bei denen man sich zu einem brummenden Gefäß werden lässt (Nadabrahma), über Lach- und Trommelllastige Meditationen hin zu Tai-Chi mäßigen Meditationen mit Derwish-Anteilen (Drehen bis zum Umfallen, No Dimensions). Jede Medi besteht meist aus 3-4 Phasen, von denen meist ein oder zwei zu Beginn (relativ) aktiv sind und dann eher aus „Witnessing“ … also Beobachten, was in und um einen herum vorgeht, bestehen.

Wir haben wirklich interessante Fortschritte gemacht und über viele Dinge nachgedacht während dieser Zeit, leider war die Anstrengung der dynamischen Meditation, gepaart mit dem durchgeschwitzt umherlaufen und um 6 Uhr aufstehen anscheinend etwas zu viel für Philips Abwehrkräfte. Daher hat Philip sich eine Erkältung eingefangen, die ihn erst zum herunterschalten und dann zu einer Auszeit zwang. Dana hat zwar noch zwei Tage löblich das volle Programm absolviert, dann jedoch auch die Viren zu spüren bekommen. Daher konnten wir nur noch sporadisch hin gehen und sind aufgrund des hohen Eintrittspreises dann bald auch nicht mehr gegangen. Da uns die Meditationserfahrungen jedoch so gut tun und gefallen haben, werden wir noch einmal wiederkommen - dazu später mehr.

Tag 10 - 11 (24. - 25.02.)

Die Auszeit haben wir natürlich hauptsächlich genutzt um gesund zu werden, im Bett zu liegen und uns wenig aktiv zu betätigen. Zudem haben wir in zwei Büchern von OSHO geschmökert, die wir uns zugelegt haben (echte Schnapper für je 2-3€), da diese Antworten auf unsere doch sehr zahlreichen Fragen liefern. Dies steht im Gegensatz zu unseren Erfahrungen im Meditation Resort. Denn die Meditationsleiter sind scheinbar nicht wirklich fundiert ausgebildet und haben möglicherweise nicht einmal die Einsteigerbücher gelesen, die wir gerade lesen - dort stehen nämlich Sachen drin (z.B. Hinweise mit leerem Magen zu meditieren - obwohl die Medi direkt nach dem Mittagessen angesetzt ist) die eigentlich eher ungeschickt umgesetzt sind. Auch werden die Meditationen und der Sinn dahinter nicht wirklich gut erklärt, noch Gelegenheiten geboten, um Fragen zu stellen. Wir haben jedoch einige sehr interessante Menschen kennen gelernt - unter anderem Bo aus Tschechien, der damals über Deutschland in den Westen geflohen ist und unser Land einfach nur genial fand für Freigeister wie ihn - die uns viele hilfreiche Tipps und Antworten geben konnten. Überhaupt ist die Stimmung im Resort relativ kritisch und nicht „fanatisch“… auch wenn viele den Meditationen begeistert nachgehen, so wird das Evening Meeting, wo es primär um OSHOs Vorlesungen geht, verhältnismäßig spärlich besucht.

An einem Tag waren wir noch in der Laxmi Road, einer wirklich proppevollen Einkaufsstraße, wie man sie von türkischen Basaren kennt - zu unserem Glück nur ohne die ganzen Händler, die einen in die Läden ziehen wollen, sowie mit festen Preisen, was Philip dem alten Verhandlungstalent sehr entgegen kommt.

Ernährungstechnisch wechseln wir uns momentan ab zwischen Essen bei Raga, der uns immer herzlicher begrüßt, dem teuren Kram im Resort und Früchten daheim (eine Papaya kostet hier nur ungefähr 1€ und die Dinger sind echt suuuper lecker). Zudem haben wir uns den Luxus geleistet, hier in eine Deluxe-Pizzeria zu gehen (ja, wir brauchten mal wieder etwas „gewohntes“), die europäische Preise verlangt.

Tag 12 - 16 (26.02 - 02.03.)

Aufgrund unserer Erkältungen haben wir unsere Pläne hier ziemlich spontan umgeschmissen. An sich wollten wir uns ja schon Ende Februar aufmachen um Indien weiter zu erkunden. Dies haben wir einige Tage nach hinten verschoben um erst einmal gesund zu werden. Zudem haben wir von Chetna (einer sehr dünnen australischen Bekannten im Resort) erfahren, dass es hier in der Nähe eine Apotheke gebe, die Kräuter habe um einem beim Gewicht zulegen zu helfen - da hat Philip natürlich große Ohren bekommen und wir sind direkt hin, sollten jedoch am nächsten Tag mit nüchternem Magen wieder kommen um unseren Puls checken und ein Beratungsgespräch durchführen zu lassen. Die beiden Ärzte stellten sich als ein Doktor und ein PhD in Ayurveda heraus und schlugen uns eine fünftägige Behandlung vor, die Philip einige Kilo auf und Dana das ein oder andere Pfund von den Rippen bringen sollte.

So gut die Apotheke auch eingerichtet ist, in der wir das Beratungsgespräch führten, das Behandlungszimmer befindet sich in einem Betonklotz 3 Etagen darüber und ist eher „typisch Indisch“ wie man so schön sagen könnte =) Mit europäischen Maßstäben also nicht wirklich zu vergleichen, in seiner Spartanität bestechend aber durchaus sauber ;) Der erste Tag der Behandlung sah so aus, dass Philip eine super entspannende ca. zweistündige Ganzkörpermassage mit warmen ätherischen Ölen und Cremes bekommen hat. Da die Inder generell mit ihren Zeitangaben („please wait five minutes, doctor is coming“ = 30 Minuten später kommt er, nur um dann zu sagen, dass das Zimmer noch hergerichtet werden muss, was ebenfalls nochmal 20 Minuten dauert) etwas… sagen wir mal „undeutsch“ sind, musste Dana leider unten knapp 1,5h auf Philip warten. Dieser kam ihr total durchgeknetet und entspannt entgegen und meinte „Wow… dich erwartet eine super entspannende Massage mit Ölen, bei der du sicher einschlafen wirst“. Dies sollte sich jedoch als eine große Lüge erweisen… Wer zunehmen will, dessen Körper wird wohl ziemlich gepämpert und gut umsorgt… wer abnehmen will, den erwartet eine etwas weniger entspannende Behandlung: eine „Massage“ mit Sand =) So ging es die nächsten Tage auch weiter… während Philip größtenteils entspannende Massagen und Ölbehandlungen erhielt, obwohl auch hier ab und zu die Schmerzgrenzen erforscht wurden, so wurde Dana mit Sand massiert, entgiftet und durfte einen Tag nichts essen, gefolgt von zwei Tagen nur mit 1-2 Reissuppen. Wer schön sein will muss leiden ;) Philip hat zudem Gewürze bekommen, die seinen Appetit anregen sollen (als ob er sowas braucht ^^) und ihn eher vor das Problem stellten, genug magenverträgliches Essen zu finden. Heute, wo wir diesen Blog schreiben, ist der letzte Tag unserer Ayurveda Kur. Philip wurde eine „königliche“ Behandlung versprochen, bei Dana hüllten sie sich eher in Schweigen und nannten es nur die „finale“ ;) Wir sind gespannt, was passiert.

An einem Tag auf dem Weg zur Pharmacy haben uns zwei Bettlerinnen abgefangen mit der (vielleicht wahren) Geschichte, dass der Vater im Krankenhaus liegt und die Kinder Hungern etc. Während Philip ihnen fast entkommen wäre, konnte die gutherzige Dana nicht weiter gehen, als die Damen sagten, dass sie kein Geld wollten sondern nur etwas zu essen… Naaaa gut. Erst war die „Absprache“, dass wir zum Kiosk gehen und ihnen auf dem Rückweg etwas mitbringen, 20m weiter wurden wir jedoch wieder eingeholt und von der - man muss schon zugeben wirklich freundlichen Bettlerin - zum Kiosk (=Supermarkt) eskortiert. Dort bestellte sie dann Nüsse und eine riesige Flasche Öl (was hier wohl eins der teuersten Produkte ist), sowie trotz unserer mittlerweile herunterfallenden Gesichtslade bezüglich des Preises von 600 Rupie noch etwas (=3-4kg) Reis. Der Verkäufer hatte uns zwar anfangs auch gefragt, ob das „okay“ sei, doch wir sind einfach zu weich und haben mehr als 800 Rupien später diese Erfahrung als „Lehrgeld“ verbucht und uns entschlossen sowas nicht wieder zu tun. Normalerweise freuen sich die BettlerInnen hier schon über 10 Rupien und eine Rikscha-Fahrt von unserem Haus zum Resort kostet 20 (offiziell, wenn sie das oft kaputte Taxameter anmachen 15) bis 30 Rupien. Demnach könnt ihr euch vorstellen, was wir für ein Glücksfall für besagte Dame gewesen sind… aber gut - auch wenn wir uns das nicht immer leisten könnten, so war es ja doch für einen guten Zweck.

Gestern waren wir dann noch im „Reisebüro“… erneut seht ihr Gänsefüßchen, die euch auf das folgende Bild vorbereiten:

Trotz Termin haben wir dort geschlagene 80 Minuten gewartet, während die Organisatorin wohl - sehr busy mit ihrem Handy - versucht hat ein Tourpaket für Südindien zu organisieren, welches sich im Endeffekt als weit über unserem Budget heraus gestellt hat. Doch mittlerweile sind wir diese „polychrone“ (wie man so schön sagt) Relativität von Zeit ziemlich gewohnt und uns hat es kaum etwas ausgemacht. Vielleicht spielen hier auch die Meditationserfahrungen und das Warte-Training mit den Ayurveda-Doktoren mit rein ;) Hier Pünktlichkeit zu erwarten kommt uns jedenfalls mittlerweile relativ lächerlich vor und wir müssen bei dem Gedanken grinsen, wie es in Deutschland läuft. Geplant ist - statt dieses Tourpaketes - nun einfach in einen Schlafzug in den Süden Indiens zu hüpfen und auf dem Weg zurück nach Norden in ca. 5 Städtchen sowie einem Nationalpark halt zu machen. Angesetzt sind für dieses Abenteuer 14 Tage und wir versprechen euch, dann auch endlich einige Fotos zu schießen =) Eigentlich wollten wir hier noch eine Stadtrundfahrt durch Pune machen und haben extra mit dem Bloggen auf dieses Fotomaterial gewartet, doch diese Rundfahrt ist auch unter die Räder der spontanen Umplanung und unserer Erkältungen gekommen und da wir morgen oder übermorgen auschecken werden, ist dies wohl die letzte Gelegenheit von uns hören zu lassen. Wie es unterwegs mit Internet aussieht ist ziemlich ungewiss.

Kleines Update: Wir waren nun gerade in besagtem Reisebüro und haben unsere Fahrt in den Süden gebucht. Die Wahl war noch 1 Tag länger in Pune zu bleiben und dafür nen Abteil mit AirConditioning zu haben, oder übermorgen zu fahren, dann aber „nur mit Fenster“. Wir haben uns für letzteres entschlossen - in der Nacht wird es ja schon nicht so warm sein, so der Gedanke - bis uns dann eröffnet wurde, dass wir nicht EINE Nacht im Zug verbringen werden, sondern ZWEI ?! =) Die Zugfahrt dauert nämlich angenehme 35 Stunden (2200km) - Das Abenteuer kann beginnen (lies: worauf lassen wir uns da ein?? ^^)!

Abschließend wollen wir dann zwischen dem 19. und 26. noch einmal 5-6 Tage am Stück das Flair der Meditation in Pune genießen, da auch dies jäh unterbrochen wurde, um dann am 27. in Mumbai anzukommen, die Stadt etwas zu erkunden und 3 Tage später in den Flieger nach Deutschland zu steigen.

Ihr seht also… es ist nicht mehr lang und dann stehen wir wieder auf eurer Fußmatte =) Wir freuen uns schon sehr darauf euch wieder zu sehen, wünschen euch bis dahin eine schöne Zeit und alles alles Gute,

Eure Indi-ana

Samstag, 19. Februar 2011

Indien Tag 1-3 (15.-17.02.2011)

Tag 1 (15.02.)

Hallo ihr Lieben Deutschländer (Würstchen) ;)

Wir sind gut in Indien angekommen, wenn auch der Weg nicht so leicht zu finden war… Der Flug von Auckland nach Dubai war in Ordnung, wir sind wieder mit einem dicken A380 geflogen haben allerdings nur ca. 2 Stunden geschlafen, da keine Position richtig gut war. Also haben wir uns die Zeit mit Essen und Filme gucken vertrieben ;) Der Flughafen in Dubai war allerdings relativ katastrophal… da die Emirate - wie man sich vorstellen kann - scheinbar zu viel Geld haben (oder bald mit der 10fachen Menge der derzeitigen Touristen rechnen) - gibt es natürlich nicht nur einen riesigen Komplex, in dem man sich verläuft. Nein, es sind direkt mindestens 3. Allerdings fehlen leider die Schilder und so mussten wir 4 oder 5 Leute fragen, bis wir endlich im Shuttlebus von Terminal 3 zu Terminal 1 saßen, wo wir dann auch noch weiter geschickt wurden in eine Nebenhalle, da gerade unsere Airline nicht dort abflog. Endlich am rechten Ort waren wir immer noch zur falschen Zeit. Da „die größte Airline Indiens“ wohl selten über Dubai fliegt (Jet Airways hatte nur 1 Flug an dem Tag), mussten wir noch einige Stunden warten, bis der Check-In Schalter besetzt wurde und so haben wir uns gemütlich auf die Flughafenbänke geworfen und etwas Schlaf nachgeholt ;) Nach einem kleinen Frühstück haben wir noch einen günstigen Duty Free Einkauf (24 Kit Kat für ca. 6€) hinter uns gebracht. Wer von euch also eine Idee hat und etwas mitgebracht bekommen möchte (Technik gibt’s dort natürlich auch) - sagt Bescheid. Die Maschine nach Mumbai war natürlich etwas kleiner, das Essen nicht ganz so klasse, aber der Flug mit 3h auch um einiges erträglicher. Hätte Dana Philip nicht die ganze Zeit mit Nichtigkeiten angequatscht, sobald er grad die Kopfhörer wieder auf hatte, so hätte er auch sicherlich einen Film zu Ende gucken können, anstatt dass im dramatischsten Moment die Bildschirme abgeschaltet wurden und nur noch ein „Danke, dass sie mit uns geflogen sind“ zeigten. Zumindest konnten wir so erste ernüchternde Eindrücke von Mumbai sammeln… wir wussten zwar, dass wir nicht in New Yorks Skyline landen, doch die ziemlich verfallenen Bauten, die nur von Slums aus Wellblechhütten unterbrochen wurden - welche sich sogar direkt bis an die Flughafenmauern ausgebreitet hatten - dann wirklich mit eigenen Augen zu sehen ist doch noch mal eine andere Geschichte und schon ergreifend, wenn nicht sogar schockierend.

Das letzte Stück haben wir dann in einem Jeep zurück gelegt. Der Fahrer hatte netterweise über 1h auf uns gewartet (der Arme) und wir konnten uns auch nicht mehr so wirklich auf den Beinen halten. Der Fahrstil und der Verkehr in Mumbai haben uns jedoch seeeehr vom Schlafen abgehalten. In jede Lücke zwängt sich ein Motorrad oder eine Mopedrikscha, jeder hupt andauernd um zu sagen „Hier bin ich“ oder „Komm nicht noch näher“ und auf den Lastern steht hinten häufig „Horn Ok Please“… was das genau soll wissen wir auch nicht. Am Anfang dachten wir noch, dass es ein Spaß sei, da auf einer Rikscha nur „Horn Please“ stand, doch es wird wohl seinen Sinn haben. Straßenverkehrsordnung ist hier jedenfalls ein Fremdwort, Linien gibt es auf den Straßen auch fast keine und obwohl mal die 3/4tel der Straße vom Gegenverkehr und dann auf einmal wieder 3/4tel vom Verkehr in unserer Richtung genutzt werden, haben wir nur 1 fast-Unfall gesehen und geflucht hat auch niemand (so wirklich). Auf jeden Fall ein SEHR interessantes Erlebnis, sowas sollte jeder mal gemacht haben =)) Am Gasthaus angekommen wurden wir von Chandra (Haushälterin) empfangen, die sich nur vorstellte und dann - zu unserer großen Freude - sagte: Den Rest regeln wir morgen. Totmüde sind wir dann in unserem Zimmerchen (angenehm große 20qm mit Bett, Moskitonetz, Sessel, Affenschaukel, Schränken und einem urigen Badezimmer) ins Bett gefallen.

Tag 2 (16.02.)

Geschlafen haben wir trotz des extremen Schlafmangels nur bis ca. 9 Uhr. Am Klima liegt es zum Glück nicht, denn hier im Winter wird’s nachts noch angenehm kalt (15-18°), was uns seeehr entgegen kommt. Tagsüber haben wir um die 26-30 Grad, aber alles relativ okay - außer an der Hauptstraße, wo der Bär tobt und tausende Fahrzeuge ohne KAT um die Wette hupen. Dennoch werden wir nach wie vor nicht überfahren… echt verwunderlich.

Morgens machten wir uns auf eigene Faust und ohne Plan erst einmal auf die Suche nach Frühstück. Wir brachten in Erfahrung, dass es in der Cafeteria am Krankenhaus ganz passables Essen (= ohne größere Durchfallgefahr) gäbe. Bis zur „Caféteria“ haben wir uns dann durchgefragt um dort für 9 Rupien (60 Rupien sind 1 Euro) ein Blätterteigdreieck, gefüllt mit einer Currypaste zu essen. Die Gänsefüßchen bei Cafeteria werdet ihr verstehen, wenn ihr euch dieses Foto anguckt:

Einen Liter Wasser haben wir uns auch noch geholt, dieser hat 15 Rupien gekostet (was wohl schon ein ziemlich günstiger Preis ist. In einem anderen Laden haben wir dafür 40 R bezahlt… es ist also sowohl in NZ als auch in Indien teurer als beim Aldi daheim).

Wieder daheim hat Chandra schon auf uns gewartet und uns mit 2nd Hand-Roben eingekleidet, die wir im Ashram tragen. Dunkelrote für den Tag und weiße Roben für Abendstunden. Die stehen uns richtig gut, vor allem Philip sieht sehr Jesusmäßig aus ^^

Danach haben wir uns mit Aviram unterhalten, unserer deutschen Kontaktperson hier, die sich wohl um das 2. Wohnhaus kümmert (beide ca. 4 Etagen) und uns einige Tipps geben konnte bezüglich Essen, den Abläufen hier, Preisen für Rikschas und Supermärkte (wenn man die so nennen kann) und und und. Sie haben wir auch gefragt, warum die Inder zu 95% relativ neutral bis böse gucken, wenn wir durch die Straßen laufen. Eigentlich hätten wir eher mit Offenheit und vllt Neugier oder Freundlichkeit gerechnet, doch freundlich sind die Blicke, die vor allem Dana erntet eher nicht. Aviram versicherte uns jedoch, dass es hier alles gibt, von erzkonservativ bis hin zu relativ westlich und wir ruhig Hand in Hand gehen können (was wir kurzzeitig wegen der Blicke und des Verkehrs erstmal unterlassen hatten) etc. Sie selbst ist wohl eine Aussteigerin und lebt 6 Monate in D und 6 Monate in I. Sie hat uns sogar netterweise innerhalb von 2 Tagen Internet ins Zimmer legen lassen. Auch wenn hier alles so chaotisch aussieht, es scheint doch System zu haben und zu funktionieren. Sie hat uns auch die Anekdote erzählt, dass Ampeln hier eine ziemliche Revolution sind und die Inder sich so langsam dran gewöhnt haben (dank der Strafen), bei rot auch mal zu halten.

Allgemein sind wir sehr geflasht von dem Leben und Treiben hier. Die „Geschäfte“ - wenn es nicht nur Straßenstände sind, die morgens auf und abends abbauen sind kleiner als Garagen und haben nur eine Hand voll Artikel in den Auslagen. Ein Technikgeschäft ist man also hier schon, wenn man zwei Lautsprecher und ein Telefon verkauft. Supermärkte haben zwar meist von allem was man braucht nur eine Marke, aber dennoch überraschenderweise alles was man braucht - wenn auch meist eher zu westlichen Preisen oder ca. 2/3tel davon. Die Gebäude sind ausnahmslos enorm heruntergekommen, teilweise sehen sie sogar zerbombt aus (so wie unser Nachbarhaus) und natürlich sehr dreckig. Irgendwie hat hier alles so einen leichten Braunstich der wohl von dem Staub und den Abgasen herrührt, oder aber vom Verbrennen von Plastikmüll auf der Straße, was hier keinen zu stören scheint und von kleinen Kindern am Straßenrand erledigt wird, die den Kram schön fleißig einatmen. Wenn wir an der Hauptstraße entlang laufen treibt der Gestank von Feuern, Autos, Urin (viele pinkeln einfach an jede x-beliebige Mauer) uns gerne mal die Tränen in die Augen. Dennoch wuseln überall geschäftige Menschen umher, reparieren Räder, ihre Rikschas, bringen ihren Kindern das Verkaufen bei, trinken Tee, spucken durch die Gegend, essen und trinken an den Ständen und und und. Ach ja.. auf jeden 30. Menschen kommen hier 1-2 wilde und traurig dreinblickende (teilweise recht vermagerte) Hunde, was dann im Schnitt ca. auf einen Hund alle 10m hinaus läuft. Dies ist natürlich ziemlich unangenehm, wenn die meisten davon sicherlich mindestens eine Krankheit haben und im schlimmsten Fall auch Tollwut, eine Krankheit, die in 100% der Fälle tödlich verläuft. Ein Biss oder Kratzer reicht angeblich schon und wenn man dann nicht innerhalb eines Tages im Krankenhaus ist und nachträglich geimpft wird (was auch nicht IMMER klappt), oder der Körper nicht schnell genug Abwehrkräfte aufbaut, dann war es das. „Glücklicherweise“ benehmen sich die Hunde hier anders als in D und kommen eigentlich nicht schwanzwackelnd angesprungen und wollen einen beschnüffeln, sondern ziehen eher ihre Schwänze ein und machen einen mitleidserregenden und geschlagenen Eindruck.

Am Mittag sind wir dann zum Osho-Ashram gegangen. Der Grund, weswegen wir eigentlich hier nach Pune gekommen sind. Dort haben wir einen obligatorischen HIV Test gemacht (positive Menschen sind unerwünscht) und dann wieder nach Hause gewackelt. Auf Avirams Tipp hin sind wir dann noch in ein Restaurant gegangen, von dem sie sagte „dort kann man für 60Rupien (=1€) so viel essen, wie man will“. Genau was Philip wollte dachten wir uns und nachdem sich herausgestellt hat, dass auch Aviram - wie die meisten Menschen in Neuseeland - relativ laufmüde sind und alle Strecken mit Autos oder Rikschas zurücklegen, kamen wir nach 10 min Fußmarsch und einer durchschnittlichen deutschen Jahresbelastung Smog bei „Raga“ an. Komischerweise waren wir sehr überrascht, obwohl wir es mittlerweile besser hätten wissen müssen. Statt eines All-you-can-eat-Buffets liefen wir auf ein schmockiges Wohnhaus zu und sahen uns mit einer indischen Familie beim Essen kochen konfrontiert. Keiner der einem irgendwas erklärt, kein Hinweis auf Preise, Gerichte oder irgendwas. Nur eine speisende Dame in einer „maroon“roten Osho-Robe und ein „Weißer“ der in der Gruppe Inder saß deutete auf eine Gastwirtschaft hin. Wir fragten die Damen am Herd ob wir hier richtig seien und sie bestätigten, guckten allerdings teilweise sehr böse. Wir waren sehr unsicher, zogen unsere Schuhe aus, gingen in die Küche, die gleichzeitig Essraum war (ca. 5x5 Meter), halboffen zur Straße hin und wussten nicht was zu tun. Eine Köchin kam dann und wies in die Ecke, wo wir uns setzen könnten. Dana setzte sich auf etwas, was wie ein größerer Schemel wirkte, wurde dann jedoch bald korrigiert, da wir uns auf den Boden setzen sollten und dieser Schemel unser Esstisch war =)) Das Essen war jedoch ausgesprochen gut und interessant. Es gab Reis, kleine runde Brotfladen (die direkt auf der Gasherdflamme gebacken wurden), Gemüsematsch und Suppe ^^ Klingt komisch, war aber wirklich lecker und auch nur angenehm scharf - selbst Dana konnte alles essen und das will was heißen ;) Nach zwei gut gefüllten Tellern waren wir sehr zufrieden und auf dem Weg zurück nach Haus. Es war zwar erst Nachmittag, doch irgendwie waren wir sehr müde und legten uns für ein Nickerchen hin. Um 19:xx wachten wir auf.. es war schon relativ dunkel und wir wurden gar nicht so richtig wach. Daher entschieden wir uns einfach nur die Zähne zu putzen (sträflicherweise mit Leitungswasser, was man laut unserem TravelDoctor Buch nicht machen sollte und was wir seitdem auch lassen) und weiter zu pennen, mit mehreren Unterbrechungen bis zum nächsten Tag um 7 Uhr, was also ca. 12h Schlaf gewesen sein durften =) Ein bissi hat uns der Mangel also wohl doch in den Knochen gesteckt. Unser Trinkwasser kochen wir natürlich ab, genau so wie nun auch das Zahnputzwasser - zumindest wenn wir nicht gerade einen Stromausfall haben, wie es ab und an mal vorkommt - … auch interessante Bedingungen, an die man sich erstmal gewöhnen muss.

Tag 3 (17.02.)

Morgens sind wir zur „Welcome“ Rundführung in den Osho-Ashram gegangen und haben dort erste Kontakte mit den Meditationsformen sowie mit dem Areal gemacht. Zum Auflockern gab es direkt mal „This is Love“ (diese Fußballhymne von 200x) und wir sind alle durch den Raum gehüpft. Danach gab es ein paar einführende Worte und nochmal ein paar Tänze… von drei vertretenen Nationen wurden „typische“ Lieder gespielt und wer aus dem Land war, sollte ebenfalls „typische“ Tanzbewegungen vormachen, die alle gut gelaunt mittanzten. Nach EINER Rumänin und EINEM Amerikaner kamen dann SECHS Deutsche (…auch hier sind wir wieder schamlos überrepräsentiert)… wir hatten mit dem Ringeltanz und einer Polonäse (?) aber auf jeden Fall die genialsten Moves drauf ^^. Die Meditationen sind SEHR „Dynamic“… bei der Osho Dynamic soll man 10 Min ohne Rhythmus, tief, schnell und hart ausatmen (und hoffentlich nicht wegen Hyperventilation umfallen), danach 10 Min „explodieren“ und alles rauslassen was raus muss, egal ob es schreien, weinen, lachen, zappeln, hacken, stampfen oder was auch immer ist. Danach kommen 10 Min springen und HU! (kommt aus dem Bauch heraus) rufen/brummen, so tief es geht und die Arme über dem Kopf halten. Dann kommt irgendwann ein „STOPP“ und so wie man gerade steht - meist sehr unangenehm - soll man dann 15 (!!) Minuten eingefroren verharren. Abschließend kommen 15 Minuten „feiern“, zur Musik tanzen und sich freuen. Wir Anfänger haben jede Phase nur 2 Minuten zum Kennenlernen gemacht und wir können euch sagen: SEHR anstrengend, SEHR unangenehm und SEHR interessant =))

Eigentlich wollten wir euch eine schöne, anschauliche (und natürlich witzige) Bilderserie mit allen Phasen der Dynamischen Medi präsentieren, allerdings ist uns bei der Bilderauswahl aufgefallen, dass wir scheinbar die ersten beiden Phasen vergessen (oder gelöscht?) haben.. Wie konnte uns das nur passieren?! Naja, nun seht ihr Dana in der "eingefrorenen" Position ;)

Das Feiern ist richtig gut, denn allein das hektische ausatmen bringt einen an den Rand der eigenen Kräfte, vom Rumzappeln und Arme eingefroren über dem Kopf halten ganz zu schweigen. Philip hat so viel geschrien, dass er den ganzen Tag über noch heiser war.. und das alles nach einem Fünftel der echten Zeit. Die echte Meditation geht wie gesagt eine Stunde und fängt morgens um 6:00 Uhr an. AUTSCH. Eine weitere Meditation haben wir auch noch kennen gelernt (die wir aber aus Platzgründen nun mal auslassen) und mehr über den Ablauf der abendlichen OSHO-Lesungen erfahren. Leider haben wir hier nicht so super viel Merkleistung erbracht, denn der Abend endete in einem organisatorischen Fiasko. Wir wollten die Lesung eigentlich besuchen, sind also heim um unsere Roben von rot nach weiß zu wechseln, Meditationskissen auf den Rücken zu spannen und sind dann los, um im Ashram noch was zu essen, bis uns dann einfiel: In weißer Montur darf man nichts essen bzw. wird nicht bedient - Naaa klasse! =) Also sind wir nochmal schnell zum Raga gewackelt und haben dort zwei leckere Teller gegessen. Dieses mal gab es Reis, Brote, Suppe und eine andere Gemüsematsche (es waren wohl Minigurken „Very good for your tummy *grin*) - klingt komisch, war aber wieder super lecker. Das Essen im Ashram (was wir mittags hatten) ist zwar auch interessant, bunt und lecker, jedoch zahlt man dort für ein Mini-Schüsselchen direkt so viel wie für das ganze Essen bei Raga (oder sogar mehr). Danach wackelten wir den Weg wieder zurück, um wenigstens noch in dem Ausweichraum die Übertragung der Lesung (bzw. des Videos welches abgespielt wird, zzgl. begleitender Meditation) mitzukriegen. Diesen „Ausweichraum“ gibt es für Menschen die z.B. krank sind und nießen oder husten, oder für Menschen die - sobald sie merken, dass sie niesen oder husten müssen - den Saal verlassen müssen, um die anderen nicht zu stören. Da scheinen die echt kein Erbarmen zu kennen - wer einmal nießt ist raus! Allerdings war es schon 18:45 und die Lesung um 18:40 wohl kaum noch rechtzeitig zu erreichen. 120 undeutbare Blicke, 8 Hunde, 2 Bettler und 70 Mopedrikshas später kamen wir am Ashramtor an und dann fiel uns die nächste Geschichte ein, die wir bei der Einführung zwar gehört, aber nicht gespeichert hatten: Während dieser Abendveranstaltung werden die Tore abgeschlossen und erst danach wieder geöffnet. Döööt.. wir Nasen, alles umsonst… der Wachmann hatte nur einen mitleidigen „Kann ich nix ändern“-Blick drauf und wir beschlossen den Abend als abgeschlossen zu betrachten und den Weg durch die dreckige Stadt wieder zurückzulaufen. Heute lachten immerhin mehr Leute, wenn auch wohl eher ÜBER uns. Keine Ahnung, ob dies an unserer weißen Montur lag, oder daran, dass Danas grün-weiß karierte Boxershort sich leicht unter der weißen Robe abzeichnete.. aber immerhin haben wir einige Inder erheitert. Bezüglich der Workshops, die wir im Osho-Ashram eigentlich besuchen wollten, sind wir auch ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurück geholt worden. Je nach Länge der Kurse kosten diese zwischen 16.500R für 2 oder 57.300R für 8 Tage (letzteres sind knapp 1000€ und entsprechen einem Jahresgehalt der schwerreichen, neuen Mittelschicht, die sich laut Aviram hier in Pune gebildet hat). Bei den Preisen sind wir aus allen Wolken gefallen, doch gibt es auch andere im Eintrittspreis inbegriffene Alternativen, wie z.B. Zen Bogenschiessen, auf das Philip ganz heiß ist, oder Yoga und verschiedene andere Meditationen.

Ach ja.. unsere erste Mopedrikschafahrt haben wir heute auch hinter uns gebracht. Bisher kannten wir diese Gefährte ja nur aus der Fußgängerperspektive oder vom Rücksitz eines gut geschützten und klimatisierten Jeeps - und wir müssen sagen: Es war wirklich ein Erlebnis =) Halb geduckt sitzt man auf einer Achse mit 2 Wassermelonengroßen Rädern, ohne wirklich Federung und rumpelpumpelt über den Aspha…Straßenbelag. Rechts zieht auf einmal - halb verdeckt vom mit ordentlich Panzertape gefixten Dach - ein Auto an einem vorbei, links ein, zwei Motorräder (die sich natürlich mit ihrer Hupe ankündigen (welche Kinder auf ihren Rädern übrigens in Ermangelung einer solchen mit der Zunge nachmachen „Lülülülülü“) nur damit der Rikschafahrer auf einmal einen U-Turn mitten in den Gegenverkehr macht. Da schickt man schon ein Stoßgebet gen Himmel und hofft, dass der silberne Kleinwagen, der einem dort mit einem Affenzahn entgegenkommt zur „Bremser“- oder „Ausweicher“-Fraktion gehört. Das bisschen Blech um einen herum vermittelt jedenfalls kein Gefühl der Sicherheit, nicht einmal mit Panzertape ;) Unser Fahrer gehörte allerdings zu einer wirklich ehrlichen Sorte und fuhr uns für unsere 50R erst zum Bankautomaten, wo er dann auf uns wartete - aus Ermangelung an Wechselgeld seinerseits - um uns dann am Ashram rauszuwerfen.

Zum Thema Bankautomat und Wachmänner gibt es auch noch etwas zu berichten, denn letztere findet man hier wirklich überall. Die Stadt scheint in dieser Hinsicht wirklich sicher zu sein … bzw. andererseits deutet so ein Aufgebot an Wachpersonal natürlich auch auf etwas anderes hin. Nun ja.. jedes größere Geschäft, jede Bank und jedes Hotel, Krankenhaus und jedes bessere Wohnhaus hat hier seinen eigenen Wachdienst. Am Osho-Ashram sind die Zufahrtswege sogar gesperrt und es sitzen meist 6-10 Uniformierte vor Polizei- oder Militärbussen herum. Diese Typen gucken wenigstens nicht ganz so garstig, manchmal sogar recht freundlich (als Philip nach der Uhrzeit fragte hätten sie sich fast überschlagen um als erste die Auskunft an der Hand zu haben). Auf der nördlichen Hauptstraße sitzt sogar ein Häufchen Soldaten hinter Sandsäcken und hat ein MG auf die Straße ausgerichtet. Schon interessant, wenn man auf einmal an der Mündung von so nem Ding vorbei läuft / laufen muss. Es sitzt sogar ein Wachmann in dem etwas mehr als telefonzellengroßen Raum neben dem Citibank-Geldautomaten. Dieser ist laut Aviram einer der wenigen, die auch mehr Geld auszahlen (was ca. 75€ Maximalauszahlung pro Karte einstecken bedeutet). Dort haben wir versucht 10.000 Rupien abzuheben, was 166€ entspricht. Wie oft man davon Mittag essen kann könnt ihr euch ja mittlerweile ausrechnen (166mal). Es war also ziemlich unangenehm, dass wir uns neben diesem armen Wachmann versucht haben 10.000 Rupien zu ziehen (wahrscheinlich SEIN Jahresgehalt) um die Miete und Ashramgebühr für ca. eine Woche zu bezahlen und der Automat dann irgendwelche Fehlermeldungen ausspuckte. Der Wachmann stotterte auf seinem Indlisch dann etwas von 4000 Maximum, aber man könne mehrmals hintereinander Geld abheben. Natürlich hat er sich die Gelegenheit andererseits auch nicht entgehen lassen und mit seinem Dackelblick 10Rupien erfragt, die wir ihm sowohl gestern als auch heute gegeben haben (mit den Almosen ist er wahrscheinlich der bestverdienendste Wachmann in der ganzen Stadt). Es ist wirklich krass, wie sehr hier arm auf reich prallt und wir sind schon gespannt, wie dies erst sein wird, wenn wir die WIRKLICH armen Menschen auf dem Land treffen werden, sobald wir in ca. 2 Wochen ein wenig durch Indien reisen. Da kommt man wirklich ins grübeln…

Wie ihr seht überschlagen sich bei uns gerade die Eindrücke. Auch diesen Text haben wir noch einige Male um weitere Eindrücke ergänzt, die uns nach kurzem Besinnen einfielen, da sie bereits von anderen Impressionen überlagert wurden. Es gibt Gutes wie Schlechtes, Trauriges wie Schönes… Indien ist wirklich ein Land der (extremen) Gegensätze und auch wenn es hier dreckig und sicherlich lebensverkürzend ist, so wissen wir schon nach dem dritten Tag, dass wir am Ende dieser sechs Wochen die Zeit und den Wohlstand, den wir - qua Geburt - genießen dürfen, sicherlich um einiges mehr zu schätzen wissen werden.

Donnerstag, 10. Februar 2011

23.01.- 10.02.2011 (Tag 32 - 50)

Hey ho, da sind wir wieder! =)

Die letzten Tage waren sehr ereignisreich und wir haben ziemlich viele Kilometer zurückgelegt - von der Südinsel bis nach Auckland - ganz in den Norden der Nordinsel. Wir hatten das Gefühl die Reiseroute die wir in den Süden genommen haben, wieder zurück zu fahren - ein ganz komisches Gefühl =) Wir erinnern uns an bereits gemachte Erfahrungen, und machen gleichzeitig Neue - und vor allem ganz andere.

Aber ich werde nun mal am 23.01. (Tag 32) beginnen:

Wir haben uns auf den Weg Richtung Abel Tasman und Takaka Hill (Golden Bay) gemacht, da wir vor Beginn des Festivals schon mal ausloten wollten, wo wir eigentlich hin müssen und wie die Lage dort ist. Schon nach kurzer Zeit mussten wir feststellen, dass die Straßenverhältnisse sehr zu wünschen übrig ließen, 12km Schotterpiste mit Schlaglöchern und größeren Steinen - ein kleines Abenteuer. Vor allem, wenn doch irgendwann mitten in der Kurve Gegenverkehr auftaucht, unmittelbar vor uns. Es ist zwar irgendwie möglich, sich aneinander vorbei zu schleichen, jedoch ist der eine Wagen kurz davor an den Steinen entlang zu schrappen und der andere Wagen befindet sich kurz vor der unfreiwilligen Talfahrt. Naja, wir sind jedenfalls sehr froh über unsere Offroad-Nane, die uns heil an unser Ziel gebracht hat. Wir waren uns auch lange nicht wirklich sicher, ob wir uns überhaupt auf dem richtigen Weg befinden, da wir uns einfach nicht vorstellen konnten, dass sowohl alle Leute die das Festival besuchen würden über diese Straße gejagt werden - aber vor allem nicht, dass die Menschen die das Festival organisieren und für den Aufbau zuständig sind, alle notwendigen Materialien etc. über diesen Weg transportiert bekommen. Nach der 12km Fahrt konnten wir uns jedoch davon überzeugen, dass wir am richtigen Ort sind, denn die ersten Fahnen und Tipis waren schon aufgebaut.

2km weiter die „Straße“ hinunter war ein DOC Campingplatz, dort war auch ein Track durch den Abel Tasman zu einem gigantischen Sinkhole (Harwoods Hole). Als wir schlussendlich dort ankamen wurde aus dem bisherigen Nieselregen jedoch ein stärkerer Regen, und wir hatten keine Lust uns pitschenass regnen zu lassen. Kochen konnten wir leider auch nicht wirklich - Wind und Regen machten dies unmöglich - daher haben wir das erste Mal im Auto gekocht. Ging ziemlich gut :) Als der gröbste Hunger gestillt und die Laune wieder gut war, haben wir den Rückweg angetreten. Die nächsten zwei Tage haben wir in Takaka verbracht, eine Nacht auf dem Parkplatz der I-Site (auf den 24.01., Tag 33) und eine Nacht auf einem Campingplatz (auf den 25.01., Tag 34). Vor dem Festival musste schließlich der Kleiderschrank wieder aufgefüllt sein. Geplant war weiterhin eine Kanu tour an der Küste der Golden Bay am 25.01., dies hat sich jedoch leider zerschlagen, da der Herr Kanuverleiher morgens eine Tour gemacht hat, und erst mittags wieder an seinem Verleih ankommen würde.. Mann mann mann, diese Neuseeländischen 1-Mann Unternehmen… ;)

Naja, wir haben uns nicht lange gegrämt und die Zeit stattdessen am Strand verbracht.

Ihr werdet euch nun zu Recht fragen, wo zum Teufel denn der güldene Strand ist, von dem alle so schwärmen... Uns ging es da ganz ähnlich!! Tja, den erlebt man scheinbar nur bei Ebbe ;)

Hier hat sich Dana einen üblen Sonnenbrand an den Beinen zugezogen, die ja nun das erste Mal in Neuseeland Sonnenlicht zu sehen bekamen. Wir hatten wirklich herrliches Strandwetter, und es war tatsächlich möglich den dicken Pulli auszuziehen und im Bikini ein Sonnenbad zu genießen - wow! =)

Die Mittagshitze haben wir dann genutzt um shoppen zu gehen und uns für das Festival einzudecken. Dies würde zwar erst zwei Tage später am 27.01. beginnen, wir dachten und jedoch es könne nicht schaden zwei Nächte vorher dort aufzutauchen, um einen guten Stellplatz zu bekommen. Diese Überlegung hat sich als nicht so verkehrt herausgestellt und wir haben glücklicherweise noch einen Platz am Waldrand bekommen, sodass wir ab mittags gegen halb drei Schatten hatten.

Nachteilig waren die Sandflies mit denen wir am ersten Tag zu kämpfen hatten - allerdings hat sich das Problem ganz schnell erledigt, als nach und nach immer mehr Festivalbesucher kamen. Die Leute haben sich nämlich aufgrund der mangelnden Schattenplätze mit ihren Zelten komplett in den Wald verschlagen, sodass die Sandflies scheinbar ganz schnell andere Ziele hatten *hahaha*

Wirklich krass, wie einige Gestalten im Wald gehaust haben - seht selbst.

Teilweise ohne Zelt und nur im Schlafsack...

Möglicherweise fällt es nicht direkt auf... In der Mitte des Bildes befindet sich eine Art Zeltdach und darunter - in einer kleinen "Hängematte" - scheint sich jemand zum schlafen zusammenzurollen. Ob derjenige am nächsten Tag seinen Rücken wieder auseinanderfalten konnte wissen wir allerdings nicht.

Das Festival war super (!!!) - es hatte allerdings so unheimlich viele verschiedene Facetten, sodass es gar nicht so einfach ist, einen Überblick darüber zu geben. Das Festival ist ein umweltfreundliches bzw. Ökofestival, dies bedeutet unter anderem, dass die Umwelt so wenig wie möglich beeinflusst/belastet werden sollte. Es gab beispielweise keine Mülleimer, den Müll den jeder einzelne mitgebracht hat, sollte er wieder mitnehmen und später selbst entsorgen. Die Toiletten waren sehr einfach gehalten, man setzt sich auf zwei Holzplatten die in einigem Abstand zueinander angebracht sind, und untendrunter steht eine große Tonne. Der Inhalt wird später als Dünger weiterverwendet =) Es war schon sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem da die verschiedenen Kabinen nur durch Vorhänge und Sackleinen abgetrennt waren, von denen einige auch etwas löchrig waren ^^ Naja, es war in jedem Fall eine sehr interessante Erfahrung, super simpel und gut für die Umwelt. Außerdem wurde für den gesamten Aufbau soweit es möglich war Naturmaterialien gewählt (beispielsweise Bänke). Es gab auch Duschen, das Wasser wurde durch einen kleinen selbstgebauten Ofen geheizt. Das Wasser das durch eine dicke Stahlflasche geleitet wurde, wurde mittels eines Holzfeuers das in einem Loch darunter errichtet wurde, erhitzt.

Hier seht ihr die Toiletten in ihrer vollen Pracht! Links auf dem Bild ist das Urinal für die Männer =)

Ein Ziel des Festivals war aber auch die Weitergabe von Wissen und Erfahrungen - es gab sehr viele sehr unterschiedliche Workshops, an denen wir auch lebhaft teilgenommen haben (von Fußreflexzonenmassage über Ecovillages/Communities, Reiki, Bodenbeschaffenheit für Gärten/Selbstversorger und und und). Das Publikum des Festivals kann man insgesamt in die Schubladen Öko, Alternativ und Spinner einteilen - dem Ausschlussverfahren nach gehören wir wohl zu letzteren ;) Wir haben jedenfalls super tolle Tage dort verbracht, konnten uns richtig schön entspannen und haben uns wie im Urlaub gefühlt! =) In jedem Fall haben wir sehr viel mitnehmen können - auch wenn es (natürlich) auch die ein oder andere „Enttäuschung“ gab und wir wieder einmal feststellen mussten, dass vieles mehr Schein als Sein ist, und auch die Menschen von denen man es am wenigsten erwartet ihre Ideale verkaufen.

Zu Anfang etwas verwundert aber doch besonders gut gefallen hat uns das dort bestehende Alkoholverbot, es war sehr angenehm keine besoffenen und pöbelnden Menschen zu sehen/erfahren. Selbstverständlich wurden jedoch jede Menge Kräuter und Gewürze konsumiert, allerdings führte dies eher zu einer entspannten Stimmung und fiel daher nicht so auf.

Das Festival wurde mit einem riiiieeesigen Lagerfeuer eingeleitet - es entflammte mit Beginn der Dunkelheit und sah einfach atemberaubend aus. Es wurde getrommelt, gesungen und getanzt - wirklich ein unglaubliches Erlebnis!!! Dies war wirklich eine Situation die man erlebt haben musste, daher versuche ich nun auch nicht weiter, sie mit Worten beschreiben zu wollen.

Das Feuer war ein wesentlicher Bestandteil des Festivals, abends gab es in allen Zonen Feuer (Tribal, Live Stage, Electro), und die Jongleure haben an drei Abenden tolle Feuershows geliefert.

Dana hat sich im HoolaHoop probiert, jedoch sah es bei den Profis um einiges eleganter aus… Also: ein bisschen Übung muss schon sein ^^

Aufgrund unserer regen Teilnahme an den ganzen Workshops haben wir leider nicht viel von der Live-Musik mitbekommen - allerdings haben wir die wichtigste Band (zufällig) doch mitbekommen. Mitten am Tag haben die beiden Musiker es geschafft, eine riesige Menschenmasse zum tanzen zu bewegen - grandios. Sika hat mit seinem Didgeridoo so dermaßen gerockt und dabei auch Philip total beeindruckt, sodass er sich als Geburtstagsgeschenk einige ihrer CDs ausgewählt hat ;)

Wir hatten die Hoffnung, dass das Festival mit einem ähnlichen Kracher endet wie es auch begonnen hat (mit dem riesigen Lagerfeuer). Allerdings wurde das Ende scheinbar irgendwann mittags auf der Live-Stage „bekanntgegeben“ und gar nicht so gefeiert, wie der Beginn. Es plätscherte also eher langsam aus, viele sind dann auch schon eher gefahren (vielleicht mussten ja manche auch arbeiten?! ;) Am Morgen des letzten Tages (01.02., Tag 41) sind wir dann noch einmal weiter zum DOC gefahren, um uns das riesige Sinkhole anzusehen. Der Track hat sich gelohnt, wir haben wunderschöne Naturschauspiele gesehen - unter anderem wieder einen Spiegelsee und dieser enorme Krater, in den man gar nicht richtig hinunter sehen konnte (ca. 170 Meter tief).

Die Nacht nach dem Festival (auf den 02.02., Tag 42) haben wir in Nelson verbracht, da es dort ja einen Parkplatz gibt, auf dem wir umsonst UND legal stehen durften. Dort haben wir dann auch noch einmal Frischwasser aufgefüllt und haben uns am nächsten Tag auf den Weg zur Fähre gemacht. Wir hatten einen super genialen Abschluss auf der Südinsel und waren deswegen auch gar nicht so traurig, wieder übersetzen zu müssen. Außerdem freuen wir uns ja auch immer mehr auf die Heimat, und so haben wir die Südinsel mit einem kleinen weinenden und einem größeren lachenden Auge verlassen.

Der Abschied von der Südinsel wird durch die umwerfenden Marlborough Sounds etwas versüßt =)

In Wellington angekommen sind wir kurz in die indische Botschaft gehüpft um unsere Reisepässe mit den Visa abzuholen, die wir schon auf dem Hinweg beantragt haben. Die Angestellten haben schon befürchtet, dass jemand seine Pässe dort vergessen haben könnte- allerdings hatten wir sie damals darauf hingewiesen, dass wir sie erst sechs Wochen später wieder abholen werden ;)

Weiter ging die wilde Hatz nach Palmerston North und ab zu den Vinks. Dort wurden wir ganz lieb mit einem super leckeren Abendessen empfangen, und haben uns über unsere Urlaube ausgetauscht (die Vinks sind auch über Weihnachten für 2 ½ Wochen auf die Südinsel gefahren). Am nächsten Tag haben wir viel Orga-kram erledigt, das Auto neu bepackt und vor allem viiiel aussortiert. Schon am nächsten Tag wollten wir weiter Richtung Taupo, da sich dort jemand gemeldet hatte, der „sehr interessiert“ war an der Nane. Abends dann ist uns aufgefallen, dass wir uns um einen Tag vertan hatten - also sind wir noch einen Tag bis zum 05.02. (Tag 45) morgens geblieben, was den Abschied aufgrund der samstäglichen Ruhe auch noch viel angenehmer gestaltet hat =)

Die Vinks :)

Die Fahrt nach Taupo war recht mühsam - enttäuschend die Zusammenkunft mit den möglichen Käufern. Es war ein älteres Ehepaar, welches lediglich „sehr interessiert“ daran war zu sehen, wie wir unseren Wagen umgebaut haben. Es gab demnach überhaupt kein Kaufinteresse und wir fühlten uns ein wenig veräppelt. Kurzfristig haben dann wir beschlossen, abends doch noch weiter nach Auckland zu heizen, da wir beide etwas Sorge hatten, unser Auto nicht loszuwerden. Dies hat sich auch als sehr gut herausgestellt, da der Backpacker-Automarkt bei dem wir die Nane eigentlich unterbringen und anpreisen wollten für die nächsten zwei Wochen vollkommen ausgebucht ist. Am gleichen Morgen allerdings war noch ein Automarkt in einem anderen Stadtteil, der allerdings nur wöchentlich stattfindet. Wir haben also schnell in ein Hostel eingecheckt, unsere Klamotten raus gepackt und sind ab da hingefahren. Dies war leider auch eher eine Pleite, da unser Preis für den Wagen scheinbar zu hoch angesetzt war, da die Saison doch nicht mehr in vollem Gange ist (wie wir dachten), sondern schon fast wieder vorbei. Es gab nicht einen Interessenten, deswegen haben wir uns unverrichteter Dinge wieder auf den Heimweg gemacht. Als nächstes stand also auf dem Programm ein Verkaufsposter zu entwerfen, diese Zettel in so vielen Hostels wie möglich auszuhängen und drauf zu warten, dass sich baldmöglichst jemand meldet. Wir haben ein super tolles Poster entwickelt, und konnten dies nach anfänglichen Problemen in der Uni bunt ausdrucken. Marketingmäßig sind wir top! ;)

Die erste Nacht in Auckland haben wir auf der Straße gecampt, die Zweite waren wir in einem Hostel, und die dritte und vierte Nacht waren wir wieder auf der Straße unterwegs. Obwohl wir mitten in der Stadt in einer Seitenstraße geparkt haben, konnten wir uns vor einem Überfall nicht retten.. Wohlgemerkt, wir wurden von Mücken überfallen, während wir das Auto zum schlafen umgebaut haben. Philip hat zwischen 15 und 20 Stiche abbekommen, Dana glücklicherweise ein paar weniger (achja, ganz wichtig zu erwähnen: obwohl Philip soooo viele Stiche hat, kratzt er natürlich nicht… Brav! ;)

Am vierten Tag, nachdem wir gerade beim Mechaniker waren um die WOF zu verlängern - und damit er dies auch machte noch einen neuen Vorderreifen gekauft haben - bekamen wir den Anruf von französischen Interessenten, die sich das Auto anschauen wollten. Sie waren sehr begeistert, und nach wenigen Minuten und einer Testfahrt stand der Deal! Wir haben nun ungefähr so viel Geld dafür bekommen wie wir damals reingesteckt haben - also glücklicherweise keinen großen Verlust gemacht!! *juchuuuuu* Das war wirklich das Beste was uns passieren konnte! Nun haben wir das Auto abgegeben und kommen für die nächsten Tage in einem Hostel unter. *Schnüff, wir werden sie vermissen, unsere gute alte Nane* ;-(

Leider schaffen wir es nicht mehr weiter in den Norden zu fahren um dort zu wwoofen (auf einer Farm arbeiten). Aber wir können die Zeit hier in Auckland entspannter angehen. Da Philip noch als Student eingeschrieben ist, können wir für wenig Geld noch das Internet in der Uni nutzen. Wenn das Wetter gut bleibt werden wir sicherlich auch noch ein, zwei kleine Ausflüge machen. Dies hatte sich im Winter damals nicht so angeboten ;) Nun sitzen wir gerade in der Uni, Philip werkelt noch an seinem Bericht und Dana schreibt fleißig diesen Blog =)


Nun einmal ganz übersichtlich unsere Flugzeiten:

14.02.2011 um 18:40 Auckland - Dubai (Emirates) => [Ankunft in Dubai am 15.02.2011 um 05:20]

15.02.2011 um 12:15 Dubai - Mumbai (Jet Airways) => [Ankunft in Mumbai um 16:35, direkte Weiterfahrt mit vorbestelltem Taxi nach Pune]

30.03.2011 um 08:40 Mumbai - Dubai (Jet Airways) => [Ankunft Dubai um 10:15]

30.03.2011 um 14:45 Dubai - Düsseldorf (Emirates)

=> Ankunft in Deutschland um 19:40 (Flug EK 0057)


Wir freuen uns schon sooooo auf EUCH! Dicke Umarmung und bis bald,
eure Kiwi-Indiana


Piraten-Dana am Takaka Hill

Piraten-Philip badet das erste und einzige Mal im eiskalten Fluss =)