Hey ho, da sind wir wieder! =)
Die letzten Tage waren sehr ereignisreich und wir haben ziemlich viele Kilometer zurückgelegt - von der Südinsel bis nach Auckland - ganz in den Norden der Nordinsel. Wir hatten das Gefühl die Reiseroute die wir in den Süden genommen haben, wieder zurück zu fahren - ein ganz komisches Gefühl =) Wir erinnern uns an bereits gemachte Erfahrungen, und machen gleichzeitig Neue - und vor allem ganz andere.
Aber ich werde nun mal am 23.01. (Tag 32) beginnen:
Wir haben uns auf den Weg Richtung Abel Tasman und Takaka Hill (Golden Bay) gemacht, da wir vor Beginn des Festivals schon mal ausloten wollten, wo wir eigentlich hin müssen und wie die Lage dort ist. Schon nach kurzer Zeit mussten wir feststellen, dass die Straßenverhältnisse sehr zu wünschen übrig ließen, 12km Schotterpiste mit Schlaglöchern und größeren Steinen - ein kleines Abenteuer. Vor allem, wenn doch irgendwann mitten in der Kurve Gegenverkehr auftaucht, unmittelbar vor uns. Es ist zwar irgendwie möglich, sich aneinander vorbei zu schleichen, jedoch ist der eine Wagen kurz davor an den Steinen entlang zu schrappen und der andere Wagen befindet sich kurz vor der unfreiwilligen Talfahrt. Naja, wir sind jedenfalls sehr froh über unsere Offroad-Nane, die uns heil an unser Ziel gebracht hat. Wir waren uns auch lange nicht wirklich sicher, ob wir uns überhaupt auf dem richtigen Weg befinden, da wir uns einfach nicht vorstellen konnten, dass sowohl alle Leute die das Festival besuchen würden über diese Straße gejagt werden - aber vor allem nicht, dass die Menschen die das Festival organisieren und für den Aufbau zuständig sind, alle notwendigen Materialien etc. über diesen Weg transportiert bekommen. Nach der 12km Fahrt konnten wir uns jedoch davon überzeugen, dass wir am richtigen Ort sind, denn die ersten Fahnen und Tipis waren schon aufgebaut.


2km weiter die „Straße“ hinunter war ein DOC Campingplatz, dort war auch ein Track durch den Abel Tasman zu einem gigantischen Sinkhole (Harwoods Hole). Als wir schlussendlich dort ankamen wurde aus dem bisherigen Nieselregen jedoch ein stärkerer Regen, und wir hatten keine Lust uns pitschenass regnen zu lassen. Kochen konnten wir leider auch nicht wirklich - Wind und Regen machten dies unmöglich - daher haben wir das erste Mal im Auto gekocht. Ging ziemlich gut :) Als der gröbste Hunger gestillt und die Laune wieder gut war, haben wir den Rückweg angetreten. Die nächsten zwei Tage haben wir in Takaka verbracht, eine Nacht auf dem Parkplatz der I-Site (auf den 24.01., Tag 33) und eine Nacht auf einem Campingplatz (auf den 25.01., Tag 34). Vor dem Festival musste schließlich der Kleiderschrank wieder aufgefüllt sein. Geplant war weiterhin eine Kanu tour an der Küste der Golden Bay am 25.01., dies hat sich jedoch leider zerschlagen, da der Herr Kanuverleiher morgens eine Tour gemacht hat, und erst mittags wieder an seinem Verleih ankommen würde.. Mann mann mann, diese Neuseeländischen 1-Mann Unternehmen… ;)
Naja, wir haben uns nicht lange gegrämt und die Zeit stattdessen am Strand verbracht.

Ihr werdet euch nun zu Recht fragen, wo zum Teufel denn der güldene Strand ist, von dem alle so schwärmen... Uns ging es da ganz ähnlich!! Tja, den erlebt man scheinbar nur bei Ebbe ;)
Hier hat sich Dana einen üblen Sonnenbrand an den Beinen zugezogen, die ja nun das erste Mal in Neuseeland Sonnenlicht zu sehen bekamen. Wir hatten wirklich herrliches Strandwetter, und es war tatsächlich möglich den dicken Pulli auszuziehen und im Bikini ein Sonnenbad zu genießen - wow! =)
Die Mittagshitze haben wir dann genutzt um shoppen zu gehen und uns für das Festival einzudecken. Dies würde zwar erst zwei Tage später am 27.01. beginnen, wir dachten und jedoch es könne nicht schaden zwei Nächte vorher dort aufzutauchen, um einen guten Stellplatz zu bekommen. Diese Überlegung hat sich als nicht so verkehrt herausgestellt und wir haben glücklicherweise noch einen Platz am Waldrand bekommen, sodass wir ab mittags gegen halb drei Schatten hatten.

Nachteilig waren die Sandflies mit denen wir am ersten Tag zu kämpfen hatten - allerdings hat sich das Problem ganz schnell erledigt, als nach und nach immer mehr Festivalbesucher kamen. Die Leute haben sich nämlich aufgrund der mangelnden Schattenplätze mit ihren Zelten komplett in den Wald verschlagen, sodass die Sandflies scheinbar ganz schnell andere Ziele hatten *hahaha*
Wirklich krass, wie einige Gestalten im Wald gehaust haben - seht selbst.

Teilweise ohne Zelt und nur im Schlafsack...

Möglicherweise fällt es nicht direkt auf... In der Mitte des Bildes befindet sich eine Art Zeltdach und darunter - in einer kleinen "Hängematte" - scheint sich jemand zum schlafen zusammenzurollen. Ob derjenige am nächsten Tag seinen Rücken wieder auseinanderfalten konnte wissen wir allerdings nicht.
Das Festival war super (!!!) - es hatte allerdings so unheimlich viele verschiedene Facetten, sodass es gar nicht so einfach ist, einen Überblick darüber zu geben. Das Festival ist ein umweltfreundliches bzw. Ökofestival, dies bedeutet unter anderem, dass die Umwelt so wenig wie möglich beeinflusst/belastet werden sollte. Es gab beispielweise keine Mülleimer, den Müll den jeder einzelne mitgebracht hat, sollte er wieder mitnehmen und später selbst entsorgen. Die Toiletten waren sehr einfach gehalten, man setzt sich auf zwei Holzplatten die in einigem Abstand zueinander angebracht sind, und untendrunter steht eine große Tonne. Der Inhalt wird später als Dünger weiterverwendet =) Es war schon sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem da die verschiedenen Kabinen nur durch Vorhänge und Sackleinen abgetrennt waren, von denen einige auch etwas löchrig waren ^^ Naja, es war in jedem Fall eine sehr interessante Erfahrung, super simpel und gut für die Umwelt. Außerdem wurde für den gesamten Aufbau soweit es möglich war Naturmaterialien gewählt (beispielsweise Bänke). Es gab auch Duschen, das Wasser wurde durch einen kleinen selbstgebauten Ofen geheizt. Das Wasser das durch eine dicke Stahlflasche geleitet wurde, wurde mittels eines Holzfeuers das in einem Loch darunter errichtet wurde, erhitzt.

Hier seht ihr die Toiletten in ihrer vollen Pracht! Links auf dem Bild ist das Urinal für die Männer =)

Ein Ziel des Festivals war aber auch die Weitergabe von Wissen und Erfahrungen - es gab sehr viele sehr unterschiedliche Workshops, an denen wir auch lebhaft teilgenommen haben (von Fußreflexzonenmassage über Ecovillages/Communities, Reiki, Bodenbeschaffenheit für Gärten/Selbstversorger und und und). Das Publikum des Festivals kann man insgesamt in die Schubladen Öko, Alternativ und Spinner einteilen - dem Ausschlussverfahren nach gehören wir wohl zu letzteren ;) Wir haben jedenfalls super tolle Tage dort verbracht, konnten uns richtig schön entspannen und haben uns wie im Urlaub gefühlt! =) In jedem Fall haben wir sehr viel mitnehmen können - auch wenn es (natürlich) auch die ein oder andere „Enttäuschung“ gab und wir wieder einmal feststellen mussten, dass vieles mehr Schein als Sein ist, und auch die Menschen von denen man es am wenigsten erwartet ihre Ideale verkaufen.
Zu Anfang etwas verwundert aber doch besonders gut gefallen hat uns das dort bestehende Alkoholverbot, es war sehr angenehm keine besoffenen und pöbelnden Menschen zu sehen/erfahren. Selbstverständlich wurden jedoch jede Menge Kräuter und Gewürze konsumiert, allerdings führte dies eher zu einer entspannten Stimmung und fiel daher nicht so auf.
Das Festival wurde mit einem riiiieeesigen Lagerfeuer eingeleitet - es entflammte mit Beginn der Dunkelheit und sah einfach atemberaubend aus. Es wurde getrommelt, gesungen und getanzt - wirklich ein unglaubliches Erlebnis!!! Dies war wirklich eine Situation die man erlebt haben musste, daher versuche ich nun auch nicht weiter, sie mit Worten beschreiben zu wollen.
Das Feuer war ein wesentlicher Bestandteil des Festivals, abends gab es in allen Zonen Feuer (Tribal, Live Stage, Electro), und die Jongleure haben an drei Abenden tolle Feuershows geliefert.




Dana hat sich im HoolaHoop probiert, jedoch sah es bei den Profis um einiges eleganter aus… Also: ein bisschen Übung muss schon sein ^^
Aufgrund unserer regen Teilnahme an den ganzen Workshops haben wir leider nicht viel von der Live-Musik mitbekommen - allerdings haben wir die wichtigste Band (zufällig) doch mitbekommen. Mitten am Tag haben die beiden Musiker es geschafft, eine riesige Menschenmasse zum tanzen zu bewegen - grandios. Sika hat mit seinem Didgeridoo so dermaßen gerockt und dabei auch Philip total beeindruckt, sodass er sich als Geburtstagsgeschenk einige ihrer CDs ausgewählt hat ;)
Wir hatten die Hoffnung, dass das Festival mit einem ähnlichen Kracher endet wie es auch begonnen hat (mit dem riesigen Lagerfeuer). Allerdings wurde das Ende scheinbar irgendwann mittags auf der Live-Stage „bekanntgegeben“ und gar nicht so gefeiert, wie der Beginn. Es plätscherte also eher langsam aus, viele sind dann auch schon eher gefahren (vielleicht mussten ja manche auch arbeiten?! ;) Am Morgen des letzten Tages (01.02., Tag 41) sind wir dann noch einmal weiter zum DOC gefahren, um uns das riesige Sinkhole anzusehen. Der Track hat sich gelohnt, wir haben wunderschöne Naturschauspiele gesehen - unter anderem wieder einen Spiegelsee und dieser enorme Krater, in den man gar nicht richtig hinunter sehen konnte (ca. 170 Meter tief).

Die Nacht nach dem Festival (auf den 02.02., Tag 42) haben wir in Nelson verbracht, da es dort ja einen Parkplatz gibt, auf dem wir umsonst UND legal stehen durften. Dort haben wir dann auch noch einmal Frischwasser aufgefüllt und haben uns am nächsten Tag auf den Weg zur Fähre gemacht. Wir hatten einen super genialen Abschluss auf der Südinsel und waren deswegen auch gar nicht so traurig, wieder übersetzen zu müssen. Außerdem freuen wir uns ja auch immer mehr auf die Heimat, und so haben wir die Südinsel mit einem kleinen weinenden und einem größeren lachenden Auge verlassen.

Der Abschied von der Südinsel wird durch die umwerfenden Marlborough Sounds etwas versüßt =)
In Wellington angekommen sind wir kurz in die indische Botschaft gehüpft um unsere Reisepässe mit den Visa abzuholen, die wir schon auf dem Hinweg beantragt haben. Die Angestellten haben schon befürchtet, dass jemand seine Pässe dort vergessen haben könnte- allerdings hatten wir sie damals darauf hingewiesen, dass wir sie erst sechs Wochen später wieder abholen werden ;)
Weiter ging die wilde Hatz nach Palmerston North und ab zu den Vinks. Dort wurden wir ganz lieb mit einem super leckeren Abendessen empfangen, und haben uns über unsere Urlaube ausgetauscht (die Vinks sind auch über Weihnachten für 2 ½ Wochen auf die Südinsel gefahren). Am nächsten Tag haben wir viel Orga-kram erledigt, das Auto neu bepackt und vor allem viiiel aussortiert. Schon am nächsten Tag wollten wir weiter Richtung Taupo, da sich dort jemand gemeldet hatte, der „sehr interessiert“ war an der Nane. Abends dann ist uns aufgefallen, dass wir uns um einen Tag vertan hatten - also sind wir noch einen Tag bis zum 05.02. (Tag 45) morgens geblieben, was den Abschied aufgrund der samstäglichen Ruhe auch noch viel angenehmer gestaltet hat =)

Die Vinks :)
Die Fahrt nach Taupo war recht mühsam - enttäuschend die Zusammenkunft mit den möglichen Käufern. Es war ein älteres Ehepaar, welches lediglich „sehr interessiert“ daran war zu sehen, wie wir unseren Wagen umgebaut haben. Es gab demnach überhaupt kein Kaufinteresse und wir fühlten uns ein wenig veräppelt. Kurzfristig haben dann wir beschlossen, abends doch noch weiter nach Auckland zu heizen, da wir beide etwas Sorge hatten, unser Auto nicht loszuwerden. Dies hat sich auch als sehr gut herausgestellt, da der Backpacker-Automarkt bei dem wir die Nane eigentlich unterbringen und anpreisen wollten für die nächsten zwei Wochen vollkommen ausgebucht ist. Am gleichen Morgen allerdings war noch ein Automarkt in einem anderen Stadtteil, der allerdings nur wöchentlich stattfindet. Wir haben also schnell in ein Hostel eingecheckt, unsere Klamotten raus gepackt und sind ab da hingefahren. Dies war leider auch eher eine Pleite, da unser Preis für den Wagen scheinbar zu hoch angesetzt war, da die Saison doch nicht mehr in vollem Gange ist (wie wir dachten), sondern schon fast wieder vorbei. Es gab nicht einen Interessenten, deswegen haben wir uns unverrichteter Dinge wieder auf den Heimweg gemacht. Als nächstes stand also auf dem Programm ein Verkaufsposter zu entwerfen, diese Zettel in so vielen Hostels wie möglich auszuhängen und drauf zu warten, dass sich baldmöglichst jemand meldet. Wir haben ein super tolles Poster entwickelt, und konnten dies nach anfänglichen Problemen in der Uni bunt ausdrucken. Marketingmäßig sind wir top! ;)
Die erste Nacht in Auckland haben wir auf der Straße gecampt, die Zweite waren wir in einem Hostel, und die dritte und vierte Nacht waren wir wieder auf der Straße unterwegs. Obwohl wir mitten in der Stadt in einer Seitenstraße geparkt haben, konnten wir uns vor einem Überfall nicht retten.. Wohlgemerkt, wir wurden von Mücken überfallen, während wir das Auto zum schlafen umgebaut haben. Philip hat zwischen 15 und 20 Stiche abbekommen, Dana glücklicherweise ein paar weniger (achja, ganz wichtig zu erwähnen: obwohl Philip soooo viele Stiche hat, kratzt er natürlich nicht… Brav! ;)
Am vierten Tag, nachdem wir gerade beim Mechaniker waren um die WOF zu verlängern - und damit er dies auch machte noch einen neuen Vorderreifen gekauft haben - bekamen wir den Anruf von französischen Interessenten, die sich das Auto anschauen wollten. Sie waren sehr begeistert, und nach wenigen Minuten und einer Testfahrt stand der Deal! Wir haben nun ungefähr so viel Geld dafür bekommen wie wir damals reingesteckt haben - also glücklicherweise keinen großen Verlust gemacht!! *juchuuuuu* Das war wirklich das Beste was uns passieren konnte! Nun haben wir das Auto abgegeben und kommen für die nächsten Tage in einem Hostel unter. *Schnüff, wir werden sie vermissen, unsere gute alte Nane* ;-(
Leider schaffen wir es nicht mehr weiter in den Norden zu fahren um dort zu wwoofen (auf einer Farm arbeiten). Aber wir können die Zeit hier in Auckland entspannter angehen. Da Philip noch als Student eingeschrieben ist, können wir für wenig Geld noch das Internet in der Uni nutzen. Wenn das Wetter gut bleibt werden wir sicherlich auch noch ein, zwei kleine Ausflüge machen. Dies hatte sich im Winter damals nicht so angeboten ;) Nun sitzen wir gerade in der Uni, Philip werkelt noch an seinem Bericht und Dana schreibt fleißig diesen Blog =)
Nun einmal ganz übersichtlich unsere Flugzeiten:
14.02.2011 um 18:40 Auckland - Dubai (Emirates) => [Ankunft in Dubai am 15.02.2011 um 05:20]
15.02.2011 um 12:15 Dubai - Mumbai (Jet Airways) => [Ankunft in Mumbai um 16:35, direkte Weiterfahrt mit vorbestelltem Taxi nach Pune]
30.03.2011 um 08:40 Mumbai - Dubai (Jet Airways) => [Ankunft Dubai um 10:15]
30.03.2011 um 14:45 Dubai - Düsseldorf (Emirates)
=> Ankunft in Deutschland um 19:40 (Flug EK 0057)
Wir freuen uns schon sooooo auf EUCH! Dicke Umarmung und bis bald,
eure Kiwi-Indiana
Piraten-Dana am Takaka Hill
Piraten-Philip badet das erste und einzige Mal im eiskalten Fluss =)