Mona hat uns vor einiger Zeit erneut auf die Möglichkeit des Couchsurfens hingewiesen, dies haben wir nun auch direkt mal ausprobiert! Es gibt im Internet eine Gemeinschaft von Menschen (übrigens weltweit!), die ein Netzwerk errichtet haben. Auf der einen Seite gibt es Menschen wie wir, die durch die Gegend reisen und eine Unterkunft benötigen, auf der anderen Seite gibt es eben auch Menschen, die den Reisenden eine Unterkunft bieten. Wir haben uns also gedacht, wir möchten eine Nacht in Rotorua und eine Nacht in Taupo verbringen, also suchen wir über die Internetplattform Menschen die dort leben, und die uns eine Couch (oder ein Bett^^) zur Verfügung stellen würden. Durch eine kurze Email als Anmeldung haben uns beide Parteien zugesagt, also eine 100%ige Trefferquote! Für den Anfang gar nicht schlecht =) Wir waren beide total gespannt, weil wir nicht genau wussten was da auf uns zukommt.
Der erste Host lebt in der Nähe von Rotorua, allerdings relativ weit außerhalb – ca. 20 min. bis zur Stadt. Das Haus ist nicht sehr groß, ein Wohnzimmer, 2 Räume, Küche und Bad. Unser Host ist Anfang 30 und selber schon viel in der Welt herum gekommen, durch sein Profil wussten wir schon vorher, dass er sehr regelmäßig Couchsurfer bei sich wohnen lässt. So auch dieses Mal. Außer uns waren nämlich noch 7 (!) andere Couchsurfer da, 3 Franzosen, 2 Amis, eine Kanadierin und ein Japaner. Wirklich ein bunt gemixter Haufen sehr interessanter Menschen. Unser Host hatte einen Raum für sich, den Rest des Hauses hat er allen zur Verfügung gestellt. Das Hosten an sich gestaltet jeder etwas anders. Er hat um einen kleinen Unkostenbeitrag gebeten, je nachdem was man benutzt und wie lange (Internet, Dusche, etc.). Wir kamen am späten Nachmittag dort an und wurden total nett empfangen! Für uns war es erst einmal schon seltsam, es ist eine ganz neue Situation bei jemandem in die Wohnung zu stiefeln und er sagt: „Fühl dich ganz wie zuhause!“ :) Vor dem Abend und der Dunkelheit wollten wir uns in der Nähe mal umsehen, sein Haus liegt landschaftlich optimal, direkt vor der Haustür ist ein riiiesiger und wunderschöner See! Einfach fantastisch! Unser Host hat uns ein paar heiße Tipps gegeben was wir uns in der Zeit noch anschauen können, und das haben wir auch prompt getan. Ab ins Auto, die nächste Straße zum nächsten kleinen See genommen. Dort angekommen wollten wir erst zu einem kleinen Strand laufen, um dann weiter zu einem schon zugewachsenen Maori-Dorf zu gelangen. Auf dem Rückweg wollten wir noch ein paar Wallabys (kleine Kängurus) beobachten. Der kleine Strand hat uns jedoch so in seinen Bann gezogen, dass es hinterher schon zu dunkel und einfach auch zu spät war, um die anderen Aktivitäten noch wahrzunehmen. Wir haben einen wunderschönen Sonnenuntergang in einer kleinen Bucht gesehen, wirklich traumhaft!
Die Nacht war leider nicht sooo prickelnd, wir haben auf 2 „Matratzen“ (Philip hatte eher eine dickere Decke als Unterlage) auf dem Boden geschlafen. Zwei der Couchsurfer haben den Abend auf einem deutschen Bierfest verbracht ^^, und sind dementsprechend betrunken heim gekommen. Sie haben sich auf eine Matratze geschmissen und sind in kompletter Montur weggeratzt, während der Host, 1 Franzmann und ein Ami mit uns einen Alien/Psychofilm geguckt haben. Dementsprechend sind die beiden dann nachts aufgestanden und haben sich umgezogen oder sonstwas, jedenfalls sind wir dadurch einige Male aufgewacht. Aber so etwas passiert eben, wenn man mit 5 Menschen in einem Raum übernachtet ;) Unser Frühstück haben wir bei blendendem Sonnenschein am Seeufer genossen – eine wahre Wonne! =) (Nur am Rande: An so ziemlich jedem Labour-Weekend, bevor wir zwei Sonnenscheine nach NZ gekommen sind, soll es ständig geregnet haben *hihi*).
Am nächsten Tag wollten wir anfangs mit einem Franzosen in die Innenstadt zu der touristischen Attraktion der Schlamm-Gruben, für die das seismisch aktive Rotorua (Geysire und Schwefelbecken) berühmt ist. Der Amerikaner hat es so ausgedrückt: „Die ganze Stadt stinkt nach Furz!“ ;) Eine Nachbarin unseres Hosts hat jedoch die ganze Nachbarschaft (auch alle Couchsurfer) mittags zum Lunch zu ihrem 90. Geburtstag eingeladen. Dies wollten wir uns nicht entgehen lassen, besonders da die Dame Maori ist und wir durch dieses kulturelle Ereignis viel erleben würden. Also: PlanÄnderung. Den Vormittag haben wir dann genutzt, um uns in einem kleinen Naturschutzgebiet in der Umgebung eine Wasserquelle anzusehen. Klingt nun unspektakulär, aber es ist wirklich grandios, wenn aus einer Felsspalte aus der Erde Wasser nach oben sprudelt und man umgeben ist von 90 Jahre alten Redwoods, die ungelogen 40 Meter oder so etwas hoch sind (neben den obligatorischen Palmen und dem Busch, die einem ein gewisses Jurassic-Park-Feeling aufdrängen.. vor allem wenn man noch die alten 60er-Jahre Schulbauten der AUT an der North-Shore im Hinterkopf hat, die genau so aussehen wie die überwucherten Anlagen in JP). Die Quelle selbst war keine Fontäne oder sowas, man sah einfach wie über einem riesiges „Loch“ im Grund des ca. 5m breiten Flusses das kristallklaren Wasser weiter verdrängt wurde, da weiteres Wasser [4.500.000 Liter / h!] von unten nachströmte und Wirbel in alle Richtungen bildete. Die Natur hat wirklich einiges zu bieten!
Kurz vor Beginn des Geburtstags sind wir wieder beim Host eingetrudelt, jedoch waren leider schon alle weg. Wir wussten nicht genau wo, sind ein paar Mal die ganze Umgebung abgelaufen, haben unserem Host eine sms geschickt (leider ohne Antwort) – und dadurch den Geburtstag leider verpasst. Dies fanden wir sehr schade, allerdings wollten wir uns auch nicht weiter grämen und sind dann weiter nach Taupo gedüst, das Gefühl der Freiheit im Hintern =)
Auf dem Weg wurde Philip ziemlich müde (kein Wunder nach der Nacht), daher haben wir uns auf einen kleinen Rastplatz begeben, die Sitze umgeklappt und ein kleines Nickerchen gehalten. Ich darf das Auto noch nicht fahren, da wir die Versicherung ab 25 abgeschlossen haben ^^ Naja, bald ist es ja soweit *hehe*
Am späten Nachmittag kamen wir dann bei unserem Host in Taupo an, eine Mutter (anfang 50) von 5 Kindern, die Kinder sind jedoch im Grunde alle außer Haus bzw. kommen nur ab und zu mal bei ihr Couchsurfen ;) Als wir da waren war einer ihrer Söhne da (21). Gemeinsam haben sie mit uns eine kleine Stadtrundfahrt gemacht und zum Abendessen haben wir uns „typisch für das Labour-Day-Weekend“ den „Strand“ begeben und „Fish and Chips“ gegessen. Ein richtiger Strand war es nicht, aber die Promenade am See – wirklich klasse. Sie haben uns viel über Taupo erzählt, der See ist durch einen riiiesigen Vulkanausbruch entstanden – was erst ca. 2000 Jahre her ist und dessen Einflüsse sogar die Römer und Chinesen zu der Zeit gespürt/dokumentiert haben. Die Dame bzw. die Familie hat ein großes Haus, wunderschön gelegen, auf einem kleinen Berg mit suuuper Ausblick! Ein Traum… Wir haben dort ein Gästezimmer mit einem super klasse Bett bekommen, wirklich fürstlich und ein krasserer Gegensatz zur letzten Nacht war kaum möglich - obwohl beides auf seine Weise einfach klasse war. Dieses Bett und die Nacht zuvor führten dann dazu, dass wir am nächsten Morgen später aus den Federn kamen als wir wollten. Nach einem kurzen Frühstück und einem netten Gespräch mit unserem Host haben wir uns mit einem Haufen guter Tipps und einer eigens für uns gezeichneten Karte auf den Weg gemacht.
Wir haben einen Staudamm besichtigt, der zu bestimmten Zeiten am Tag geöffnet wird.
Bei der Ankunft blickt man in ein steiniges Tal, mit großen Felsbrocken. Kaum vorstellbar, dass dies 8 Minuten später alles mit Wasser überflutet wird. Wenn dann die Wassermassen losgelassen werden, schäumt es richtig hinunter. Ein fantastischer Anblick! Und später kann man sich nicht mehr vorstellen, wie das Tal ohne Wasser ausgesehen hat ;)
Außerdem haben wir noch einen Vulkan bestiegen (der Name ist mir gerade entfallen), den Huka Wasserfall besichtigt (er ist nicht hoch, es fließt einfach nur verdammt viel Wasser hindurch!) und wir wollten zu einem Honig-Fachgeschäft. Leider kamen wir dort kurz nach Ladenschlusszeit an, daher blieb uns der Zugang verwehrt. Zum Abend haben wir uns ein super leckeres Indisches Restaurant ausgesucht, wir wussten nicht wirklich was wir zu essen bekommen würden, aber es war super!
Da wir noch keinen festen Plan für die kommende Nacht bzw. den folgenden Tag gemacht hatten und wir von unserem Host in Rotorua, den wir um eine weitere Übernachtung auf unserem Rückweg gebeten haben, lange nichts gehört haben, haben wir uns spontan entschlossen, diese Nacht in unserem Auto zu verbringen. Ganz in der Nähe gab es einen kostenlosen Campingplatz! An sich ja eine super Idee, allerdings waren wir noch nicht besonders gut ausgerüstet. Da wir noch keine Matratze hatten, haben wir alle Sitze umgeklappt, jedoch bildet sich dadurch keine wirklich gerade Fläche. Etwas schief und krumm - häufiger die Position wechselnd da einige Gliedmaßen aufgrund seltsamer Stellung andauernd einschliefen - haben wir die Nacht aber gut überstanden. Es war auch gar nicht so kalt wie befürchtet. Das Auto ist wirklich spitze, besonders wenn wir es noch weiter aufrüsten =) Nach einem leckereren Frühstück an der See-Promenade sind wir dann noch zum verpassten Honig-Fachgeschäft gefahren – das wollten wir uns einfach nicht entgehen lassen. Wir haben dort sehr interessante Informationen über Bienen bekommen, einige Honige ausprobiert (aber keinen als sooo lecker empfunden, das wir ihn erstehen sollten) und Dana hat dort einen Sonnenhut gefunden :)
Abgeschlossen haben wir unseren Trip dann mit einem All-you-can-eat Buffet bei Pizza-hut.. Yummieee! ;)
hallo ihr beiden - ich sitze gerade rotierend vor meinem pc und laufe grün vor neid an.....
AntwortenLöschengaaaaanz herzliche grüße
Ruth
Hey! Man, sieht das schön aus!
AntwortenLöschenIch bin ganz neidisch - vor allem aber weil ihr in kurzer Hose und T-Shirt rumlaufen könnt. Ich muss leider zu Wintermantel, Handschuhen und Mütze greifen. :)
Wunderschööön, jawoll!
AntwortenLöschenund da jetzt bei uns wieder das Internet läuft, les` ich so, denke, was haben die`s gut, und stelle fest, dass die Dana jetzt bereits das "DaPhiMobil" fahren darf. Will heißen, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Alles Liebe und Gute in der KiwiWelt. Wir werden morgen bei einem lecker Stückchen Kuchen Deines Alters gedenken und uns ein Pfund auf die Hüften legen. Dank vorab an Omarianne. Fühlt Euch gedrückt.
AntwortenLöschenJaaaaaaaaaaaa! Dana lebe hoch!!! Drei Mal!!! Runterfallen, Popo knallen, Tor!!!
AntwortenLöschenUnd viel Freude beim Autofahren!